What Is Ashwagandha? Dried ashwagandha roots, root powder and leaves on a stone

Was ist Ashwagandha? Herkunft, Studienlage und Risiken

Die kurze Antwort

Ashwagandha, auf Deutsch Schlafbeere oder Winterkirsche, ist die Wurzel des Strauchs Withania somnifera und wird im Ayurveda seit Jahrhunderten verwendet. Heute wird sie vor allem im Zusammenhang mit Stress und Schlaf beworben. Es gibt einige kleine Studien, das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält die beworbenen Wirkungen aber für nicht ausreichend belegt und rät wegen möglicher Risiken von Ashwagandha-Produkten ab.

Ashwagandha ist in kurzer Zeit von einem wenig bekannten ayurvedischen Kraut zu einem der meistgesuchten Nahrungsergänzungsmittel geworden. Mit der Beliebtheit kamen viele übertriebene Versprechen. Dieser Artikel erklärt sachlich, was Ashwagandha ist, was die Forschung zeigt und was deutsche Behörden dazu sagen. Wir verkaufen selbst kein Ashwagandha.

Was ist Ashwagandha?

Ashwagandha ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse, der in Indien, Teilen Afrikas und im Nahen Osten wächst. Er wird auch Indischer Ginseng genannt, ist mit echtem Ginseng aber nicht verwandt. Verwendet wird vor allem die Wurzel, als Pulver oder konzentrierter Extrakt, angeboten als Kapseln, Pulver, Tropfen oder Tee.

Der Name stammt aus dem Sanskrit und wird meist als „Geruch des Pferdes“ übersetzt, wegen des kräftigen, erdigen Geruchs der Wurzel. Im Ayurveda zählt Ashwagandha zu den Rasayanas, Stärkungsmitteln für den täglichen Gebrauch. Die wichtigsten Inhaltsstoffe heißen Withanolide.

Was zeigt die Forschung?

Zu Ashwagandha gibt es mehr Studien am Menschen als zu vielen anderen Kräutern. Die meisten sind aber klein, laufen nur sechs bis zwölf Wochen, wurden überwiegend in Indien durchgeführt und nutzen unterschiedliche Extrakte. Viele wurden von den Herstellern der getesteten Extrakte finanziert. Untersucht wurden vor allem Stress und Schlaf, in kleinerem Umfang auch Hormonwerte und Kraft bei Männern.

Das BfR kommt in seiner Bewertung zu dem Schluss, dass die beworbenen Wirkungen wissenschaftlich nicht ausreichend belegt sind. In der EU sind für Ashwagandha keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen.

Was das BfR zu Ashwagandha sagt

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät von Ashwagandha-haltigen Produkten ab. Besonders gilt das für:

  • Kinder
  • Schwangere und Stillende
  • Menschen mit Lebererkrankungen

Als mögliche Risiken nennt das BfR Magen-Darm-Beschwerden, Benommenheit, Kopfschmerzen und Hautausschläge, mögliche Einflüsse auf Schilddrüse, Blutzucker, Cortisol und Sexualhormone, Fallberichte zu Leberschäden sowie mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten gegen Diabetes und Bluthochdruck und mit Immunsuppressiva. Auch in anderen Ländern sind Behörden zurückhaltend: Dänemark hat Ashwagandha 2023 verboten, und die französische Lebensmittelbehörde rät bestimmten Gruppen davon ab.

Wenn Sie Ashwagandha trotzdem in Erwägung ziehen, sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, besonders wenn Sie Medikamente nehmen oder eine Schilddrüsen-, Leber- oder Autoimmunerkrankung haben. Treten gelbliche Haut oder Augen, dunkler Urin oder ungewöhnliche Müdigkeit auf, setzen Sie das Produkt ab und suchen Sie ärztlichen Rat. Mehr dazu in Ist Ashwagandha sicher?

Ashwagandha und Shilajit

Wer sich für Ashwagandha interessiert, stößt oft auch auf Shilajit, das ebenfalls aus dem Ayurveda stammt. Die beiden sind aber sehr verschieden: Ashwagandha ist eine Pflanzenwurzel, Shilajit ein mineralisches Harz aus dem Hochgebirge, in Mitteleuropa auch als Mumijo bekannt. Shilajit ist im EU-Novel-Food-Katalog als „nicht neuartig“ für Nahrungsergänzungsmittel geführt, gesundheitsbezogene Angaben sind auch dafür nicht zugelassen. Den Vergleich lesen Sie in Shilajit oder Ashwagandha, und was Shilajit ist, in Mumijo oder Shilajit.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist Ashwagandha?

Die Wurzel des Strauchs Withania somnifera, auf Deutsch Schlafbeere oder Winterkirsche, die im Ayurveda seit Jahrhunderten verwendet wird.

Ist Ashwagandha in Deutschland erlaubt?

Ashwagandha wird in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät jedoch von der Einnahme ab, besonders für Kinder, Schwangere, Stillende und Menschen mit Lebererkrankungen.

Ist die Wirkung von Ashwagandha belegt?

Es gibt einige kleine Studien, vor allem zu Stress und Schlaf. Das BfR hält die beworbenen Wirkungen für nicht ausreichend belegt, und in der EU sind keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.

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